Blaue Schmeißfliege

Blaue Schmeißfliege

Lateinisch: Calliphora vomitoria

Erwachsene (adulte) Fliege: metallisch blau oder grün bis goldgrün schimmernd, „kompakt“, Blaue Schmeißfliegen: 6-14 mm, Goldfliegen: 6-10 mm lang und kräftig, saugend-leckende Mundwerkzeugen, Augen und Flügel sehr gut ausgebildet.

Larven: madenartig, stets beinlos, ohne Kopfkapsel

Etwa 45 der weltweit existierenden ca. 1.000 Arten der Familie der Schmeißfliegen (Calliphoridae) kommen in Deutschland vor. Die Weibchen der Schmeißfliegen legen ihre Eier bevorzugt in eiweißhaltige Substrate wie verderbendes (z. B. Kadaver) und frisches Fleisch, Fisch- und Wurstwaren und Knochen ab. Die Anlockung der Schmeißfliegen erfolgt dabei durch beim Verwesen und beim bakteriellen Abbau von Eiweiß frei werdende Geruchsstoffe, die mittels spezifischer Geruchssinnesorganen (an den Fußgliedern) wahrgenommen werden können. Aufgrund artspezifischer Vorlieben für verschiedene Geruchsstoffe und deren Konzentration bzw. Mischungsverhältnis treffen unterschiedliche Schmeißfliegenarten zu unterschiedlichen Zeitpunkten an z. B. verwesend en Körpern ein und legen ihre Eier ab. Dieses Verhalten der Schmeißfliegen nutzt man z. B. in der entomologischen Forensik bei Untersuchungen zum Todeszeitpunkt oder Liegezeiten von Leichen. Die ca. 800 Schmeißfliegen-Eier werden vom Weibchen schubweise in Spalten, Ritzen, andere dunkle Hohlräume sowie an Wundränder, an der Maul-, Nasen-
und Afteröffnung, aber auch an Augen toter Tiere innerhalb kurzer Zeit abgesetzt. Wenn Weibchen mit herangereiften Eiern kein entsprechendes Substrat zur Eiablage finden können, entwickeln sich die Embryonen weiter, so dass bei der Ablage dieser „vorgereiften“ Eier die Maden u. U. schon nach 30 Minuten schlüpfen. Die geschlüpften Larven (Maden) dringen sofort tief er in das entsprechende Brutsubstrat ein, wobei sie eiweißlösende Enzyme abgeben. (s. auch „medizinisch-hygienische Bedeutung“). Nach insgesamt
drei Larvenstadien beginnt die Larve III mit der Verpuppung in der Erde oder in Bodenspalten o.Ä. zur Tönnchenpuppe. Insgesamt benötigen Schmeißfliegen für die Entwicklung einer Generation etwa drei bis vier Wochen, so dass in der sehr temperaturabhängigen Fortpflanzung
szeit von Mai bis Oktober zwischen vier und acht Generationen entstehen können. Unter optimalen Bedingungen kann sich die nächste Fliegen-Generation schon 5-14 Tage nach der Eiablage entwickeln.

Schaden:

Die Blaue Fleischfliege oder Schmeißfliege beleckt eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch, Käse und Fisch. Im Freiland sucht sie auch Tierkadaver und Exkremente auf. Der wechselnde Aufenthalt auf Aas, Kot und Lebensmitteln ist nicht nur unappetitlich, sondem macht die Fliege auch zum Überträger gesundheitsschädlicher Keime, indem sie Nahrungsmittel erheblich verschmutzt.

Wie kann man sich vor Befall schützen?
Schmeißfliegen kommen in der warmen Jahreszeit überall vor und fliegen durch geöffnete Fenster und Türen in die Wohnung. Um dies zu verhindern, kann man Fliegenschutzgitter an Fenster und Türen anbringen. Essensreste sollte man auf gar keinen Fall auf dem Kompost entsorgen, sondern besser in die Biomülltonne werfen. In der Küche sollte man Käse, Fleisch, Wurstwaren oder Fisch im Sommer nicht offen herum stehen lassen, da sonst Schmeißfliegen ihre Eier an den Nahrungsmitteln ablegen könnten.
Welche Probleme verursachen diese Schädlinge?
Schmeißfliegen sind gefährliche Hygieneschädlinge, da sie Durchfallerkrankungen und Salmonellen verbreiten können. Bakterien und andere Krankheitserreger werden mit Verdauungssäften abgegeben, mit denen die Fliegen feste Nahrungsmittel verflüssigen.
Wie kann man diese Schädlinge am besten bekämpfen?
Für eine direkte Bekämpfung eignen sich am besten UV-Lampen (siehe P.S.D. Online-Shop). UV-Lampen sind bei sachgerechter Anwendung umwelt- und anwenderfreundlich und können daher besonders zum Einsatz in Lebensmittelverarbeitenden Betrieben
oder Restaurants empfohlen werden. Parallel zu den Bekämpfungsmaßnahmen müssen auch die Entwicklungsplätze der Maden beseitigt werden. Nur so lässt sich verhindern, dass sich diese Schädlinge weiter vermehren. Welche Bekämpfungsmaßnahmen im Einzelfall
sinnvoll sind, erfahren Sie von uns. Wir beraten Sie kompetent wie man einen bestehenden Befall bekämpfen und Neubefall verhindern kann.

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