Gemeine oder Große Stubenfliege

Gemeine oder Große Stubenfliege

Lateinisch: Musca domestica

Erwachsene (adulte) Fliege: 6-7,5 mm langer (Weibchen etwas größer als Männchen), dunkelgrauer Körper mit rückenseitig vier schmalen dunklen Längsstreifen auf dem Brustabschnitt, Hinterleibsbasis gelb, Mundwerkzeuge leckend-saugend, Beine schwarz.
Larven:  3. von insgesamt drei Larvenstadien bis zu 12 mm lang, madenförmig und elfenbeinfarben, Vorderende zugespitzt mit den beiden dunklen Mundhaken, ohne Kopfkapsel.

Aussehen:

Die erwachsene Stubenfliege wird ca. 7 – 8 mm groß, der Saugrüssel ist nach unten gerichtet und endet in einem gut erkennbaren Saugkissen. Die Innenränder der Flügel überschneiden sich in Ruhestellung. Die Maden (Larven) sind drehrund, weißlich und etwas größer als die erwachsene Fliege. Die Made beendet ihre Entwicklung in einer bräunlich gefärbten Tönnchenpuppe.

Entwicklung:

Die Maden der Stubenfliege leben in Dung, können sich aber auch in Küchenabfällen entwickeln. Wichtig ist ein hohes Maß an Feuchtigkeit im Entwicklungssubstrat. Das Weibchen legt bis zu 2000 Eier. Im Sommer ist spätestens alle 2 bis 3 Wochen mit einer neuen Generation zu rechnen. Unter günstigen Bedingungen, bei Temperaturen um 30° C, dauert die Entwicklung vom Ei bis zur fertigen Fliege nur 7 Tage. Hat die Made ihre Entwicklung beendet, verlässt sie das Entwicklungssubstrat, kriecht umher (Wanderstadium) und sucht einen trockenen Ort zur Verpuppung auf. Nach der Puppenruhe verlässt die geschlechtsreife Fliege das Tönnchen.

Vorkommen und Bedeutung:

Vieles deutet darauf hin, dass die Stubenfliege aus Afrika stammt und sich mit dem Menschen über die ganze Erde verbreitet hat. In nördlichen Breiten konnte sie erst Fuß fassen, als man begann, im Winter Haustiere in Ställen zu halten, was mit dem Beginn der Eisenzeit rund 400 Jahre vor Chr. geschah. Die Stubenfliegen haben eine Vorliebe für menschliche und tierische Körperausscheidungen (Schweiß, Kot, eiternde Wunden). Sie übertragen Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Ruhr, Typhus, Cholera, Salmonellosen, Kinderlähmung, die Maul- und Klauenseuche u. a. Als mögliche Krankheitsüberträger sind sie aus hygienischen Gründen speziell in Lebensmittelbereichen unerwünscht und ähnlich gefährlich wie Schaben . In Lebensmittelbetrieben und Restaurants werden die Maden während ihres Wanderstadiums auffällig, wenn sie ihr Entwicklungssubstrat verlassen (meist stark verschmutzte Müllbehälter). Die ekeligen Maden legen viele Meter zu ihren Verpuppungsplätzen zurück und sind dann für jedermann sichtbar. Manchmal sieht man sehr kleine Tiere, die sich an Stubenfliegen festklammern. Das sind verschiedene Milben, die von den beweglichen Fliegen an andere Orte transportiert werden. Auch Bücherskorpione benutzen dieses Transportmittel. Es handelt sich um Arten, die an oder in Dunghaufen leben, aus denen die Fliegen schlüpfen. Sie lassen erst wieder los, wenn die Fliege an ähnliche Stellen kommt.

Bekämpfung:

Die Beseitigung der Befallsursache, d. h. die Beseitigung der Brutstätten, ist bei der Bekämpfung sehr wichtig. Abfälle sind rasch zu entsorgen, flüssige Verunreinigungen zu vermeiden. Abfallbehälter sollten dicht schließen und regelmäßig geleert und gereinigt werden, um Geruchsentwicklungen zu vermeiden . Ein Schutz vor Schädlingen muss stets an der Außenwand eines Gebäudes beginnen. Fliegen sind mit Hilfe von Fliegengittern zu einem großen Teil sicher aus Gebäuden fernzuhalten. Ein absoluter Schutz ist nicht möglich und die eingedrungenen Fliegen können mit UV Lichtfallen (siehe P.S.D. Online-Shop). bekämpft werden. In Notfällen können starke Befälle mit erwachsenen Fliegen unter Zuhilfenahme von Nebelpräparaten (dürfen nur von geprüften Schädlingsbekämpfer eingesetzt werden) beseitigt werden. Eine gezielte Behandlung der Brutstätten und umherkriechender Maden ist mit Kontakt-insektiziden möglich.

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