Messingkäfer

Messingkäfer

Lateinisch: Niptus hololeucus

Adulter (erwachsener) Messingkäfer: Flugunfähige, 2,4-4,7 mm lange, spinnenartige, rotbraune Käfer mit sehr dichter, messingglänzender Behaarung, langen Beinen mit keulenartig verdickten Schenkeln und stark aufgewölbtem Hinterleib Halsschild verjüngt sich nach hinten und ist ohne Beulen, deutlich gegliederte, fast beinähnliche Fühler.
Larvenstadien: Erwachsene Larve bis 7,5 mm lang, Weißgelblich mit braungelber Kopfkapsel, die seitlich je einen roten Längsstrich aufweist. Zur Bauchseite hin Engerling-artig gekrümmt, mit drei Brustbeinpaaren und langer, fein rotbrauner Behaarung.

Aussehen:Die Käfer sind 2,5 bis 5 mm lang und von spinnenartiger Gestalt. Sie sind messingfarben aufgrund der dichten Behaarung, haben lange Beine mit keulig verdickten Schenkeln und einen stark aufgewölbter Hinterleib. Der Halsschild ist abgerundet und verbirgt den Kopf darunter. Die deutlich gegliederten Fühler sehen fast wie Laufbeine aus. Die Käfer sind flugunfähig. Nach dem Schlüpfen sind die Larven 1,5 mm lang. Ausgewachsen erreichen sie 5 bis 7 mm. Sie sind engerlingsartig gekrümmt, tragen 3 Brustbeinpaare und sind spärlich behaart. Ihre Färbung ist anfangs blau-weiß, später gelblich mit hellbrauner Kopfkapsel. Die Puppen liegen im gesponnenen Kokon und sind 3,4 bis 5,4 mm lang und weißlich, später elfenbeinfarben.

Entwicklung:Bis zu 200 Eier legt das Weibchen bei günstigen Verhältnissen ab, im Normalfall sind es 100 bis 150. Die Legeperiode dauert mehrere Monate, die Eiruhe ca. 14 Tage. Das Larvenstadium mit 2 bis 3 Häutungen dauert ca. 75 Tage. Die Umwandlung zum Käfer erfolgt in gesponnenen Kokons. Die Puppenruhe dauert ca. 15 Tage. Danach ruht der Käfer noch 18 Tage im Kokon. Die gesamte Entwicklungsdauer beträgt ca. 4 Monate. Die herumvagabundierenden Käfer leben dann noch ca. 5,5 Monate. Es gibt 1 bis 2 Generationen pro Jahr. Bei günstigen Verhältnissen erfolgt in ca. 5 Wochen eine Bestandsverdoppelung.

Vorkommen und Bedeutung:Messingkäfer haben ein weites Nahrungsspektrum. Als Nahrung dienen den Käfern und Larven z. B. Getreide, alle Getreideprodukte, Heu, Stroh, Samen, Drogen, Trockenfrüchte, Kakao, Tapetenkleister, Häute, Felle, Leder und Wollabfälle. Aber auch Knochen, tote Insekten und Kot von Ratten und Mäusen werden nicht verschmäht. Besonders bei Massenvorkommen in Wohnräumen wirkt der Messingkäfer in hohem Maße ekelerregend. Er beeinflusst so das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen. Kein Wunder, denn er ist dann wirklich überall anzutreffen: in Wäsche, Geschirr, Schwämmen, Bürsten, Lampen oder gar an frischem Brot und anderen Lebensmitteln. Achtung bei Textilien! Umherwandernde Käfer sind sehr fressgierig und benagen auch Stoffe, die für ihre Ernährung unbrauchbar sind. Dabei entwickeln sie eine Vorliebe für Textilien. Es sind erhebliche Schäden möglich! Mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen pflegen Messingkäfer die Fasern vor dem Zernagen aus dem Gewebe herauszuziehen. Dadurch entstehen in dünneren Stoffen Löcher von meist rundlicher Form, zuweilen mit ausgefressenen Rändern. An starken Geweben fressen Messingkäfer gewöhnlich nur die abstehenden Fasern, so dass an diesen Stellen das Grundgewebe freigelegt wird. Die Einschleppung des Messingkäfers erfolgt meist mit Waren. Seltener ist die Zuwanderung aus Nachbarhäusern, Ställen, Vogel- oder Wespennestern, Bienenstöcken usw. Messingkäfer sind lichtscheu und ruhen tagsüber in Ritzen, hinter Sockelleisten, Vorhängen, Tapeten, Türrahmen, Bildern, unter Fußmatten und Teppichen.

Bekämpfungsmaßnahmen:

Die Bekämpfungsmaßnahmen müssen sehr umfassend durchgeführt werden und das gesamte Gebäude samt aller Hohlräume erfassen. Da diese Maßnahmen relativ aufwendig und langwierig sind. sollten sie nur durch Fachbetriebe durchgeführt werden. Es gibt unserer Meinung nach nur 3 Bekämpfungsmassnahmen wo sinnvoll und für die Gesundheit der Bewohner einzusetzen wären:

  1. Man kann versuchen, mit griftfreien amorphen Silikatstäuben den Befall tilgen. Zur Einbringung des Silikatstaubes in sämtliche Hohlräume sollte man mehrere (je nach Größe auch mehrere Hundert) Bohrlöcher anbringen! Bei dieser Methode muss man Wissen, dass die Silikatstäube auf Dauer in sämtlichen Deckenbereichen einlagert werden.
  2. Arbeiten mit alternativen Bekämpfungsmethoden (Lagererzwespen) (siehe Link vom Umweltbundesamt)

    http://www.biozid.info/deutsch/schaedlingsratgeber/insekten-und-andere-gliedertiere/kugel-oder-buckelkaefer/detail/

    Diese Lagererzwespe wurde speziell für die Bekämpfung verschiedener Käferarten gezüchtet!

  3. Heissluftverfahren. Hochtemperatur-Heizlüfter für den Einsatz in Räumen mit hoher Umgebungstemperatur bis 70°C.

Link: Quelle YouTube