Siebenschläfer

Siebenschläfer

Lateinisch: Glis Glis

Die Bilche, auch Schläfer oder Schlafmäuse genannt, sind eine Familie der Ordnung der Nagetiere.

Der Siebenschläfer ist etwas kleiner als die Hausratte. Seine Oberseite ist grau gefärbt, die Unterseite weiß. Um die großen Knopfaugen herum hat er einen dunklen Ring. Die Ohren des Siebenschläfers sind verhältnismäßig klein. Insgesamt hat der Siebenschläfer optisch Ähnlichkeit mit einem kleinen, grauen Eichhörnchen mit vorquellenden Augen. Er hat eine Kopf-Rumpflänge von 12 bis 18cm. Sein buschig behaarter Schwanz ist etwa 11 bis 15cm lang. Er wiegt etwa 100 bis 200g.

Siebenschläfer ernähren sich von Früchten, Beeren, Samen, Rinde, Nüssen, Schnecken, Insekten, Eiern, Jungvögeln und kleinen Säugetieren. Hauptnahrungsgrundlage bildet pflanzliche Kost.

Zu den Lebensräumen des Siebenschläfers gehören Laubwälder, Parkanlagen und Obstgärten. Er legt Nester aus Wurzelfasern und Moos in Bäumen, Felsspalten, Nistkästen und Mauerlöchern an.

Siebenschläfer sind gesellige Tiere, die in Kolonien bzw. Familienclans leben.

Der Siebenschläfer ist ein sehr guter Kletterer (auch an Wänden) und schneller Springer, der „mit Glück“ und bei günstigen Bedingungen bis zu neun Jahre alt werden kann.

Seinen Winterschlaf, der hierzulande sieben Monate dauert (üblicherweise von Oktober bis April) und dem Siebenschläfer seinen Namen gab, verbringt der Siebenschläfer in einem Nest aus Moos in Gebäuden, oberirdischen Verstecken oder Erdlöchern. Während des Winterschlafs sind Körpertemperatur (+1°C), Atemfrequenz (auf bis zu 1 Zug pro Stunde) und Herzfrequenz der Tiere sehr stark reduziert.

Fortpflanzung

Die Brunstzeit des Siebenschläfers ist im Juli. Die Tragzeit liegt bei 30 bis 32 Tagen. Durchschnittlich werden drei bis vier Jungtiere (maximal sieben) im August oder September geboren. Diese haben in den ersten 21 bis 22 Tagen die Augen geschlossen. Sie werden etwa 28 Tage von der Mutter gesäugt und sind nach 60 Tagen selbstständig. In einem Alter von 12 Monaten sind die jungen Siebenschläfer geschlechtsreif.

Befall

Der Siebenschläfer lässt sich häufig in Gruppen auf Dachböden, in Kellern oder in Vorratsspeichern nieder. Die Tiere können durch ihr Herumspringen, Knurren, Quieken, Meckern und Schnarchen in der Nacht ziemlichen Lärm machen und so die Nachtruhe der übrigen Hausbewohner empfindlich stören.

Schadwirkung

Die von Siebenschläfern im Gebäude verursachten Geräusche, können lästig werden. Der Kot der Tiere stellt außerdem ein gesundheitliches Risiko dar (Hygiene- bzw. Gesundheitsschädling). Darüber hinaus kann es bei einem Befall mit Siebenschläfern auch zu Zerstörungen (Materialschädling) kommen.

Wichtig

Alle Schläfer gelten nach dem Bundesnaturschutzgesetz vom 25.03.2002 (BNatSchGNeuregG) § 42 bzw. nach der Artenschutzverordnung (ArtSchV) § 1 Satz 1 als besonders geschützt!

Sie dürfen nur in Einzelfällen mit einer Ausnahmegenehmigung von der Naturschutzbehörde gefangen und anderorts wieder freigelassen werden!

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